6 Milliarden Dollar Schaden für Milchbauern: Schuld sind Zölle und fehlende Migranten #donaldtrump #milchvermarktung

USA 6 Milliarden Dollar Schaden für Milchbauern: Schuld sind Zölle und fehlende Migranten © stock.adobe.com/ Chon Kit Leong Die Euphorie für Trump könnte Amerikas Landwirten bald im Halse stecken bleiben. Teilen Pinnen Whatsapp Teilen Mail Druck Peter Laufmann, agrarheute am Mittwoch, 29.01.2025 – 15:56 Er gibt sich als Freund der Farmer. Doch immer deutlicher wird, dass Donald Trumps Politik das Leben der Landwirte eher schwieriger macht. Auch für Milchbauern. Die Euphorie vieler Landwirte in den USA prallt gerade auf die Realität. Und das ist schmerzhaft. Ein Experte fürchtet, allein die Milchwirtschaft könnte Milliarden von Dollar verlieren, wenn Donald Trump seine Pläne wahrmacht und durchzieht. Der neue Präsident will Zölle auf Produkte aus China, Kanada und Mexiko erheben und ließ bereits mit einer Massenabschiebung von Einwanderern ohne Papiere beginnen. Das zieht einen Rattenschwanz an Folgen nach sich. Für US-Milchbauern könnte es teuer werden. Wir brauchen Ihre Einwilligung Dieser Inhalt wird von bereit gestellt. Wenn Sie den Inhalt aktivieren, werden ggf. personenbezogene Daten verarbeitet und Cookies gesetzt. Akzeptieren Trumps Politik kostet Milchbauern Geld Dabei sind es Zölle und Abschiebungen allein. Damit einher geht auch eine mögliche Kürzung der Ausgaben für Lebensmittel und Ernährung. Diese Kombination würde für die US-Milchbauern in den nächsten vier Jahren zu Gewinneinbußen in Höhe von 6 Milliarden Dollar führen, sagte Charles Nicholson, Professor an der School of Integrative Plant Science im College of Agriculture and Life Sciences auf einer Konferenz in Cornell. „Wenn man einen Handelsstreit mit unseren wichtigsten Exportzielen – Mexiko, Kanada und China – beginnt und diese beschließen, Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen, hat das erhebliche negative Auswirkungen auf die Milchviehbetriebe und die verarbeitende Industrie.“ Dabei wirken alle Maßnahmen auch noch untereinander. Zölle und Milchviehalter Der neue Präsident hat nach seiner Amtseinführung letzte Woche keine Zeit verloren. Trump erklärte, dass seine Regierung ab dem 1. Februar Zölle in Höhe von 25 % auf Waren aus Mexiko und Kanada erheben werde. Tags drauf setzte er nach: Es soll einen Zoll von 10 % auf Einfuhren aus China geben. Hört sich gut an, birgt aber Tücken. Zölle auf importierte Vorprodukte wie Maschinen und Futtermittel, die in der Milchproduktion verwendet werden, erhöhen die Betriebskosten für Landwirte. Diese Mehrkosten müssen Milchbetriebe eigentlich an die Verbraucher weitergegeben – die Milchpreise steigen. Zudem ist das mit den Zöllen ja immer eine Sache der Gegenseitigkeit: Länder wie Mexiko und Kanada sind wichtige Handelspartner der USA im Agrarsektor. Sie könnten als Reaktion auf US-Zölle eigene Strafzölle verhängen. Dies würde den Export von Milchprodukten erschweren und die Preise im Inland weiter unter Druck setzen. Migranten machen viel in Milchwirtschaft Auch Trumps Zusage, Millionen von Arbeitnehmern ohne Papiere abzuschieben, würde sich auf die Milchwirtschaft auswirken. Schätzungsweise 50 % der Beschäftigten in der Milchwirtschaft, vor allem in größeren Betrieben, sind Migranten. „Das wäre ein großes Problem“, sagte Christopher Wolf, Professor für Agrarwirtschaft an der Cornell Universität, „denn die Kühe müssen mindestens zweimal am Tag gemolken werden, jeden Tag, und es gibt keine Wahlmöglichkeiten.“ Durch den Arbeitskräftemangel steigen die Kosten für die Gewinnung und Verarbeitung von Milchprodukten. Noch ein Faktor, der voraussichtlich zu höheren Preisen für Verbraucher führen wird. Weniger Geld in Ernährungsprogramm Und damit nicht genug. Milch geht auch in großem Stil in Schulspeisungsprogramme. Die Rede ist von 8 % der produzierten Milch. Das könnte wegfallen oder zumindest erheblich schrumpfen; falls nun der von den Republikanern kontrollierte Kongress die Ausgaben für Lebensmittel- und Ernährungsprogramme kürzt. Unter diesem Gesichtspunkt trifft es nicht nur die Milchviehbetriebe allein. Die Schulspeisung und ähnliche Programme helfen in der Gesellschaft. Wenn zudem Milchbetriebe wegfallen, fehlen auch noch wichtige Stützen der Gemeinden. Milchpreis niedriger Hinzu kommt, berichtet die Cornell Universität weiter, dass Milchviehbetriebe wohl generell ein niedrigeres EInkommen haben werden. Grund dafür seien die am 16. Januar vom US-Landwirtschaftsministerium (USDA) angekündigten neuen Vorschriften zur Milchpreisgestaltung. Nach einem zweijährigen Evaluierungsprozess wird das USDA im Juni neue Preisvorschriften im Rahmen der Federal Milk Marketing Orders einführen. Milcherzeuger in 11 geografischen Regionen hatten die Änderungen der Gesetzgebung in einem bundesweiten Referendum angenommen. Sie bedeuten höhere Kosten für die Umwandlung von Milch in Milchprodukte wie Käse, Butter und Trockenmolke. Die Festlegung höherer Werte für die Herstellungskosten wird den Wert der Erzeugermilch verringern. „Im Grunde genommen wird dadurch der Betrag, den die Landwirte für die Milchbestandteile erhalten, oder zumindest der regulierte Mindestbetrag, der den Landwirten gezahlt wird, gesenkt“, sagte Nicholson, der bei den Anhörungen zu den neuen Preisreformen aussagte. Das Ergebnis der Gesetzgebung ist, dass die Milchpreise in den Jahren 2025 und 2026 fallen und sich 2027 wieder erholen werden, so Nicholson. Lichtblick für Milchbauern Doch es gibt auch einen Lichtblick für Milchbauern. So könnten sich Zölle auf Sojaexporte positiv auf die Rentabilität der US-Milchwirtschaft auswirken. Denn wenn China kein Soja mehr aus den USA kauft, könnten die Preise für Soja in Amerika sinken. Damit würde zumindest das Futter für die Kühe billiger. Mehr zum Thema Donald Trump erneut US-Präsident: Was heißt das für die Landwirte? Melden Sie sich zum agrarheute-Newsletter an! Wir informieren Sie jeden Werktag über die Top-Themen des Tages. Mit der Anmeldung für den Newsletter haben Sie den Hinweis auf die Datenschutzhinweise zur Kenntnis genommen. Sie erhalten den agrarheute-Newsletter bis auf Widerruf. Sie können den Newsletter jederzeit über einen Link im Newsletter abbestellen. Donald Trump Milchvermarktung USA Teilen Pinnen Whatsapp Teilen Mail Druck

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