Trump lässt Stauseen öffnen: Landwirte im Sommer ohne Wasser #donaldtrump #kalifornien
Kalifornien Trump lässt Stauseen öffnen: Landwirte im Sommer ohne Wasser © stock.adobe.com/ Patricia E. Thomas Auch der Stausee Lake Kaweah musste Wasser lassen, weil Präsident Trump einen Social Media-Post brauchte. Teilen Pinnen Whatsapp Teilen Mail Druck Peter Laufmann, agrarheute am Donnerstag, 06.02.2025 – 13:19 Der neue Präsident hat einmal mehr für Kopfschütteln gesorgt: Er ließ für die Landwirtschaft dringend benötigtes Wasser verschwenden. Ein neuer Tag, eine neue Geschichte aus Trumpistan. Leider ist nicht bekannt, wieviele Trumpwähler unter Amerikas Landwirten ihre Stimme heute anders vergeben würden. Aber in Kalifornien könnte der neue Präsident wieder einige Fans unter den Farmern verloren haben. Wieder hat eine seiner Schnellschuss-Entscheidungen unabsehbare Folgen für die betroffenen Betriebe. Und das nicht nur akut, sondern auch in ein paar Monaten. Denn Trump hat nach den Bränden in Kalifornien Staudämme öffnen lassen; das Wasser drohte Ländereien zu überfluten und wird im Sommer fehlen. Wir brauchen Ihre Einwilligung Dieser Inhalt wird von bereit gestellt. Wenn Sie den Inhalt aktivieren, werden ggf. personenbezogene Daten verarbeitet und Cookies gesetzt. Akzeptieren Fischschutz vor Feuerbekämpfung? Wald- und Buschbrände hatten im Januar 20.000 Hektar und mehr als 16.000 gebäude zerstört, mindestens 29 Menschen haben ihr Leben verloren. Donald Trump hatte bereits früh den demokratischen Gouverneur Gavin Newsom und die kalifornischen Behörden für die Feuer verantwortlich gemacht und dabei auf den für ihn üblichen Mix aus Lügen, Halbwahrheiten und Fakten zurückgegriffen. So hat es beispielsweise keinen grundsätzlichen Wassermangel gegeben, berichtet CNN. Es sei ein Verteilungsproblem gewesen, dass sich auch aus der verstärkten Nachfrage ergeben hätte. Laut der „Washington Post“ hatte Trump behauptet, der Gouverneur hätte sich geweigert, Wasser aus dem nördlichen Teil Kaliforniens in den Raum Los Angeles fließen zu lassen. Der Gouverneur hätte Fische schützen wollen. Trump ließ „Wasser aufdrehen“ Mit diesen ausgedachten Wahrheiten des Präsidenten im Hinterkopf ist es nur folgerichtig, dass Trump „das Wasser habe aufdrehen lassen“, wie er auf seiner Social-Media-Plattform „Truth Social“ vermeldete. Am 24. Januar hat er eine Verordnung erlassen, die das US Army Corps of Engineers ermächtigte, große Wassermengen aus zwei Staudämmen freizugeben: dem Terminus Dam am Lake Kaweah und dem Schafer Dam am Lake Success. Beide Stauseen liegen mehrere hundert Kilometer nordöstlich von Los Angeles. Überangebot an Wasser versickert Drei Tage lang ließen die Pioniere Bewässerungswasser die Flusskanäle hinunter in das Netz der künstlich angelegten Wasserwege fließen, die sich über die landwirtschaftlichen Felder im San Joaquin Valley erstrecken. Über Flüsse, Kanäle und Bewässerungsgräben gelangte ein Großteil des Wassers schließlich in Rückhaltebecken, wo es im Boden versickerte und immerhin das Grundwasser auffüllte. Normalerweise ist dieses Wasser auch nicht für den Großraum Los Angeles gedacht. Der bekommt stattdessensein Wasser über die Aquädukte des State Water Project. Die Pegel der beiden Stauseen sind durch das Öffnen der Schleusen gefallen. Der Lake Success war zu 20 % gefüllt, jetzt sind es 18 %. Der Kaweah-See war zu 21 % gefüllt und liegt jetzt bei 19 % seiner Füllmenge. Bundesaufzeichnungen zeigen, dass in den drei Tagen mehr als 2 Milliarden Gallonen (7,57 Millionen Kubikmeter) aus den Stauseen abgelassen wurden. Gegenüber der Los Angeles Times sagt Peter Gleick, Wasserwissenschaftler am Pacific Institute, dass „die Trump-Administration für einen politischen Fototermin und einen Social-Media-Post Milliarden von Gallonen kalifornischen Wassers weggeworfen hat“. Nach seiner Aussage werde das Wasser keine Stadt erreichen, „nicht für die Brandbekämpfung genutzt oder verwendbar sein, nicht von Landwirten genutzt werden, da dies nicht die Bewässerungssaison ist, und nicht für die kommende Trockenzeit gespeichert werden“. Es handele sich um eine „unnötig selbstzerstörerische Aktion aus reinem politischen Effekthascherei“, so der Experte Gleick. Im Sommer fehlt den Höfen das Wasser Die plötzliche Freisetzung großer Wassermengen hat zu einem dramatischen Anstieg der Durchflussraten geführt. Und das stellt wiederum eine akute Bedrohung für die Farmer entlang der Flüsse dar. Zum Glück ist nichts passiert. Denn die Behörden hatten nur eine Stunde Zeit, um die Betriebe vor möglichen Überschwemmungen zu warnen. Und glücklicherweise hatte die Armee wohl statt der von Trump behaupteten 5,4 Milliarden Gallonen eben nur 2 abgelassen. Unterm Strich könnte diese Aktion den Bauern aber noch mehr schaden. Wenn ihnen nämlich das Wasser in den Sommermonaten fehlt. Kalifornien erlebt im Jahr 2024/2025 mal wieder eine ausgeprägte Trockenperiode. Zwischen Oktober und Dezember 2024 war der Regen in Kalifornien fast vollständig ausgeblieben. Das ist insofern ungewöhnlich, da dies normalerweise die Zeit ist, in der der Regen fällt. Die Trockenheit wurde durch eine Rekordhitze im Sommer 2024 verschärft, die auf einen ungewöhnlich feuchten Winter 2023/2024 folgte. Mehr zum Thema Trump schafft Klimawandel ab: Das USDA muss den Begriff streichen Melden Sie sich zum agrarheute-Newsletter an! Wir informieren Sie jeden Werktag über die Top-Themen des Tages. Mit der Anmeldung für den Newsletter haben Sie den Hinweis auf die Datenschutzhinweise zur Kenntnis genommen. Sie erhalten den agrarheute-Newsletter bis auf Widerruf. Sie können den Newsletter jederzeit über einen Link im Newsletter abbestellen. Donald Trump Kalifornien USA Teilen Pinnen Whatsapp Teilen Mail Druck