Weniger arbeiten? Warum dieser Plan bei Landwirten nicht auf Gegenliebe stößt #arbeitsmarkt #spanien
Arbeitszeit Weniger arbeiten? Warum dieser Plan bei Landwirten nicht auf Gegenliebe stößt © stock.adobe.com/ Revive Photo Media Olivenernte in Spanien: Die Arbeit muss getan werden, egal ob die Arbeitszeit gedeckelt ist oder nicht. Teilen Pinnen Whatsapp Teilen Mail Druck Peter Laufmann, agrarheute am Dienstag, 18.02.2025 – 13:23 Spaniens Regierung will die Wochenarbeitszeit deckeln; das passt nicht zu den Andorderungen der Landwirtschaft. Landwirte denken in der Regel nicht in 8-Stunden-Tagen, wenn es um ihre Arbeitszeit geht. Das Pensum richtet sich danach, was anfällt. Keine Kuh kann unversorgt, kein Getreide stehen bleiben, nur weil die Stechuhr das sagt. In Spanien sollen Landwirte dennoch mehr Freizeit bekommen. Von Staats wegen. Die Regierung plant eine Verkürzung der regulären Wochenarbeitszeit von 40 auf 37,5 Stunden. Das Ganze bei vollem Lohnausgleich. Am 5. Februar 2025 hat das Kabinett einen entsprechenden Gesetzesentwurf verabschiedet. Diese Änderung würde fast zwölf Millionen Beschäftigte im Privatsektor betreffen, hauptsächlich im Handel, in der Gastronomie und eben auch in der Landwirtschaft. Wir brauchen Ihre Einwilligung Dieser Inhalt wird von bereit gestellt. Wenn Sie den Inhalt aktivieren, werden ggf. personenbezogene Daten verarbeitet und Cookies gesetzt. Akzeptieren Landwirte fürchten weniger Wirtschaftlichkeit Landwirte reagieren unwirsch auf diesen Plan, weil sie befürchten, dass die Wirtschaftlichkeit ihres Sektors gefährdet wird. Die Arbeitgeberverbände, zu denen auch landwirtschaftliche Betriebe gehören, warnen vor hohen Kosten. Nach Schätzungen des Arbeitgeberverbands CEOE würde die Arbeitszeitverkürzung Gesamtkosten von 21 bis 24 Milliarden Euro verursachen, was etwa 2.000 Euro pro Arbeitnehmer an Sozialabgaben und Lohnkosten entspricht. Auch die wichtigsten landwirtschaftlichen Organisationen (Asaja, COAG, UPA) haben den Plan der Regierung als Ganzes abgelehnt. Sie fordern Flexibilität, um die die Arbeitszeit an die Bedürfnisse der Landschaft anpassen zu können. Bessere Produktivität der Landwirte? Besonders kleine Unternehmen und Selbstständige, zu denen viele Landwirte zählen, wären von diesen zusätzlichen Kosten betroffen. Die Regierung argumentiert hingegen, dass die Verkürzung des Arbeitstages die Produktivität verbessern und zu mehr Effizienz führen wird. Allerdings ist die Umsetzung des Gesetzes noch unsicher, da die Regierung im Parlament keine Mehrheit hat und auf die Unterstützung baskischer und katalanischer Nationalisten angewiesen ist. Spaniens Landwirtschaft unter Druck Auch in Spanien sind landwirtschaftliche Betriebe unter Druck. So haben in den letzten vier Jahren mehr als 14.000 Betriebe aufgegeben, 35.000 Mitarbeiter haben der Branche den Rücken gekehrt. Von den überlebenden Betrieben sind 61 Prozent Selbständige ohne Beschäftigte und 35 Prozent der Betriebe haben weniger als zehn Mitarbeiter. Mehr zum Thema John Deere: Mitarbeiter sollen freiwillig kündigen – diese sind begeistert Melden Sie sich zum agrarheute-Newsletter an! Wir informieren Sie jeden Werktag über die Top-Themen des Tages. Mit der Anmeldung für den Newsletter haben Sie den Hinweis auf die Datenschutzhinweise zur Kenntnis genommen. Sie erhalten den agrarheute-Newsletter bis auf Widerruf. Sie können den Newsletter jederzeit über einen Link im Newsletter abbestellen. Arbeitsmarkt Spanien Teilen Pinnen Whatsapp Teilen Mail Druck